Ist es schon fünf nach zwölf für Frauen in Österreich?

EK, 09.05.2021

Nach dem 9. Frauenmord in diesem Jahr durch einen prominenten (mutmaßlichen) Täter gewinnt das Thema wieder an trauriger Bedeutung. Doch der Takt scheint sich zu steigern. Kaum eine Woche später kommt es zu einem Doppelmord (Tochter und Mutter) in Wals.

 

In Österreich wurden 2018 41 Opfer gezählt, was einer mehr als Verdoppelung im Vergleich zu 2014 entspricht.

Im Jahr 2020 waren 31 Frauen unter insgesamt 43 Mordopfern.

In Österreich werden aber Frauenhäuser geschlossen (Salzburg, Hallein), obwohl das Problem seit Jahren immer größer wird.

Die letzte Studie zu Gewalt in der Familie in Österreich stammt aus dem Jahr 2011 ...

 

Der prominente (mutmaßlichen) Täter von letztem Donnerstag (29.04.) ist der sogenannte Bierwirt aus Wien, der durch seine gerichtliche Auseinandersetzung mit Sigi Maurer seine vermeintliche Prominenz erlangte. Ein Beispiel, das zeigt: Der Schritt von der verbalen, seelischen zur physischen Gewalt mit verheerenden Folgen ist oft sehr, sehr klein.

 

Dass die Bedeutung dieser Gefahrensituation von Männern und Frauen völlig unterschiedlich wahrgenommen wird zeigte die gemeinsame Pressekonferenz von Ministerin Gewessler, Bundeskanzler Kurz und Minister Kocher am darauffolgenden Tag (30.04.). Das Thema war der Tag der Arbeit. Ministerin Gewessler konnte nicht umhin ein paar Worte des Bedauerns und Mitgefühls über das fürchterliche Ereignis vom Vortag zu äußern. Der Bundeskanzler und der Arbeitsminister erwähnten das Ereignis mit keiner Silbe. 

 

Der Frauenring, die Wiener Interventionsstelle gegen Gewalt und der Verein Autonomer Österreichischer Frauenhäuser fordern: Mehr Jobs für die Betreuung, und mehr Anlaufstellen für bedrohte Frauen.

 


Moria kommt näher

Die Abschiebung von Kindern, durchgeführt unter Zuhilfenahme der WEGA mit Hunden hat uns und viele andere in diesem Land sehr erschüttert.

EK, 02.02.2021

DIE GRÜNEN Stattegg stehen für eine menschliche Politik.

 

Wir wollen ein Asyl- und Fremdenrecht, das Menschen schützt und hilft. Das in den letzten Jahrzehnten geschaffene und regelmäßig novellierte und immer wieder verschärfte Gesetz ermöglicht Abschiebungen, und hat das viel geforderte „Humanitäre Bleiberecht“ fast verunmöglicht. Uns ist klar, dass eine Änderung der aktuellen – zum Teil mit 2/3 Mehrheiten abgesicherten Gesetzen nicht einfach über die Bühne gehen wird. Was aber bereits einiges an Druck rausnehmen könnte, und auch von einigen Bundesländern aktiv gefordert wird, ist der Vorschlag der Wiedereinsetzung der sogenannte „Härtefall-Kommissionen“. Diese wären regional verankert, und könnten dann das viel zitierte „Humanitäre Bleiberecht“ nach klaren Kriterien vergeben.

 

Das wäre gerechter, wäre sinnvoll und würde Menschen eine Perspektive, eine menschliche Perspektive, geben!

Unterstützungsmöglichkeit des Appells Kindeswohl hat Vorrang: Keine Abschiebung von Kindern!


FPÖ Bürgermeister überholen ÖVP links

EK 28.03.2021

Zwei FPÖ(!!!) Bürgermeister in Vorarlberg haben eine Petition initiiert , um Flüchtlingskinder aus Moria aufzunehmen. Bürgermeister der ÖVP und SPÖ, sowie der einzige Grüne Bürgermeister in Vorarlberg Frank Matt aus Lochau unterstützen diese Petition. Im Stattegger Gemeinderat interessiert das außer den Grünen niemand: Grüner Antrag auf Flüchtlingshilfe abgelehnt (Okt 2020), Grüner Antrag auf mehr Kinderschutz vor Abschiebung abgelehnt (März 2021)


Tagesbetreuung für erfrierende Kinder

Wer die Nacht überlebt darf am Tag in den Kindergarten

EK, 19.12.2020

Eine "Tagesbetreuungsstätte" für 500 Kinder auf Lesbos ist die Lösung der Regierungs-ÖVP. Der Zynismus ist nicht mehr zu überbieten. Tagsüber wird den Kindern vorgelesen und mit ihnen gespielt, in der Nacht erfrieren sie im Schlamm ... Das Projekt Courage - Mut zur Menschlichkeit (s.u.) hat alles schon vorbereitet, um diese Kinder zu retten. Auch viele prominente Mitglieder der ÖVP unterstützen dieses Projekt. 


Moria gibt es noch immer

Unterstützung für Courage - Mut zur Menschlichkeit

18.12.2020

Courage – Mut zur Menschlichkeit“ ist eine breite, zivilgesellschaftliche Initiative mit dem Ziel, Menschen aus den griechischen Lagern zu retten. Ob Kunst und Kultur, Wissenschaft oder Politik: Wir sind Menschen aus vielen verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen. In Kooperation mit Hilfsorganisationen, Religionsgemeinschaften, Gemeinden, Städten und Einzelpersonen schaffen wir nachhaltig sichere Plätze in ganz Österreich, um Geflüchtete aus den Lagern bei uns aufzunehmen und hier erfolgreich zu integrieren. Die österreichische Bundesregierung muss nichts tun, außer ihr Einverständnis zu geben.

 

Zu den Initiator*innen zählen u.a. Katharina Stemberger (Schaupielerin und Filmproduzentin), Marcus Bachmann (Ärzte ohne Grenzen), Judith Kohlenberger (Migrationsforscherin), Ferry Maier (ehem. Co-Flüchtlingskoordinator der Bundesregierung) und Stefan A. Sengl (PR-Berater). Unterstützer*innen der ersten Stunde sind u. a. Christian Konrad (ehem. Flüchtlingskoordinator der Bundesregierung), Daniel Landau (Bildungsexperte), Doron Rabinovici (Schriftsteller), Julya Rabinowich (Schriftstellerin), Willi Resetarits (Sänger und Menschenrechtsaktivist) sowie zahlreiche Schauspieler*innen, darunter Klaus Maria Brandauer, Hilde Dalik, Cornelius Obonya, Michael Ostrowski und Susi Stach. Erste Kooperationspartner sind u. a. die Allianz Menschen.Würde.Österreich, SOS Menschenwürde Oberösterreich, Ärzte ohne Grenzen Österreich, Respekt.net, der Republikanische Club, die Jüdische österreichische Hochschülerschaft und die asylkoordination österreich.